Vom Notfall zum Happy End – Sandys Eingewöhnungsgeschichte

18. Jun 2024 | beziehungsstarke Kita-Eingewöhnung, Blog | 0 Kommentare

Das ist ein persönlicher Kita-Erfahrungsbericht. Geschrieben von Sandy, Mama einer Tochter, die im Winter 2023 in der Krippe eingewöhnt werden sollte. Auf diesem Weg habe ich sie unterstützt und als Expertin für beziehungsstarke Eingewöhnung war ich eng an ihrer Seite. Einige Details von Sandys Eingewöhnungsgeschichte sind weggelassen, um die Personen zu schützen bzw. auch um keine Angst vor Eingewöhnung zu schüren.

Der Start – Erzwungene Trennungen in der Eingewöhnung wurden zum Notfall

Der erste Eingewöhnungsversuch ist jetzt schon über 1 Jahr her und es ist erschreckend, wenn ich daran zurückdenke, wie der Umgang mit der Situation meines Kindes war.

Mein Kind hatte schon vor der Eingewöhnung große Verlustängste und war extrem anhänglich. Der Beziehungsaufbau seitens der Erzieherin war auf ein Minimum reduziert und hauptsächlich auf andere Kinder übertragen. Die Trennung wurde am 3. Tag durchgezogen, obwohl keine Bereitschaft von meinem Kind zu sehen war, und ich wurde dazu gedrängt alles mitzumachen. Gespräche waren eher Anweisungen, wie es am nächsten Tag gemacht wird.

Ich wusste mir gar nicht mehr zu helfen. Mein Kind veränderte sich, wurde noch anhänglicher, hatte Angstzustände und konnte nicht mehr schlafen.

Nach einer Internetrecherche fand ich Stefanies Beratung. Schon die ersten Sätze hatten mir aus der Seele gesprochen. Das Happy Kita Fokusgespräch (Notfall-Beratung) wurde gleich gebucht.

Ich und das Wohl meines Kindes wurden mir durch die Beratung wieder bewusster. Ich fand Worte und wurde lösungsorientierter, um die Eingewöhnung doch noch gut abzuschließen. Leider verhärtete sich die Situation, je mehr ich für mein Kind einstand. Wir saßen nur unsere Zeit ab und Vorschläge, die nicht Schema F entsprachen, wurden abgelehnt.

Es war Zeit zu gehen.

Der Entschluss – Eingewöhnung abbrechen

Sandys Email nach dem Fokusgespräch damals:

… am Dienstag hatten wir ein Fokusgespräch. Es ging um ___ und eine verfahrene Trennungssituation in der Krippe. Durch das kleine „Schneechaos“ am Mittwoch waren wir zu Hause geblieben. Eigentlich wollte ich gern sehen, wie sich ___ weiter verhält. Im Grunde hatte ich mich aber entschieden, ersteinmal abzubrechen bzw zu pausieren.

Heute gabs noch mehr Geschrei und Tränen schon bei betreten des Zimmers.
Ich habe dann der gleich der Erzieherin gesagt, dass ich die Eingewöhnung abbrechen möchte.
Ich habe ihr meine Wertschätzung mitgeteilt und erklärt, dass meine Grenzen mit dem Druck bezüglich der Trennung erreicht sind und mir zu viel schief gelaufen ist.

Vorschlag der Erzieherin: (Anmerkung von mir: Die Ideen sind gut, kamen aber leider einfach zu spät. Der Druck am Anfang der Eingewöhnung hatte schon zu viel kaputt gemacht.)
*Portfolio mit nach Hause nehmen
*wir dürfen die Gruppe besuchen kommen zB unverbindlich mit spazieren o. ä
*Sie würde sich auch privat treffen, um den Bezug zu ___ aufzubauen

Find ich eine starke Geste. Ich fühle mich wohler.

Dich würde ich dann gerne im Juni als Begleitung buchen. Vielen Dank für deine Arbeit und für das Sortieren und Aussprechen meiner Gedanken und Gefühle. Vielen Dank für die Unterstützung in dieser Phase.

Und rückblickend schrieb Sandy:

Ich war hilflos und unheimlich traurig, weil es meinem Kind bei der Eingewöhnung so schlecht erging. Deine Erfahrungen, Informationen und Impulse waren hilfreich. Wir pausieren jetzt. Ich bin ruhiger geworden. Ich habe meine Stimme, Standfestigkeit und Sicherheit wiedergefunden. Ich habe vorher stark an mir gezweifelt. Jetzt weiß ich, dass es richtig ist, für mein Kind und dessen Bedürfnisse einzustehen, auch wenn es bedeutet, eine neue Eingewöhnung in einer anderen Kita zu starten. Ich bin zuversichtlich, dass unsere 2. Eingewöhnung tatsächlich zum Happy Kita Start wird, wenn du uns begleitest.

Die Chance – Eingewöhnung nochmal versucht, nochmal abgebrochen

Im Juni startete Sandy die Eingewöhnung in der gleichen Krippe nochmal neu. Und mit mir als Rückendeckung im Happy KIta Start Begleitprogramm. Der Start war anfangs ok, aber wurde dann wieder holpriger, trotz guter Vorbereitung und Zuversicht. Sandy schrieb in den Nachrichen an mich, was sie in der Eingewöhnugn erlebte, was Fachkräfte zu ihr sagten:

Ich bin Schuld, warum keine Bindung zustande kommt. Mein Kind hat das zu lernen, am Konzept ist nicht zu rütteln…

… als Erstes knallte mir entgegen, dass morgen eine Trennung gemacht wird, ohne Wenn und Aber. Ich finde es total schwierig, dass mir als Mama vermittelt wird, dass ich nur schnell zu verschwinden habe.

Die Einrichtung kann ___ und mir nicht meinen Anspruch erfüllen. Das hätte ich ohne dich nicht erkannt oder mich nicht getraut zu äußern. Die Fachkraft ist nicht von ihrem Kurs abgewichen. (Sie hat die Trennungen sogar noch vorziehen wollen.) Weiter blieb sie unbeeindruckt von meinen Worten und hielt immer dagegen, dass ich ja das Problem bin, weil ich nicht loslasse.

Du bist mein Mantra: Atmen, Stefanie ist an deiner Seite, Atmen.

Das sind nur Auszüge! Wir haben gekämpft, aber mussten erkennen: hier kommen wir bei bestem Willen nicht weiter. Eine bindungssichere, bedürfnisorientierte und beziehungsstarke Eingewöhnung war in dieser Einrichtung mit diesen Fachkräften nicht möglich. Ich gehe mit vielen Familien auch steinige Wege durch das Kita-Abenteuer und oft kriegen wir dann noch die Kurve und gelangen ans Ziel. Aber meine Haltung ist klar: Betreung ja, aber nicht um jeden Preis.

Das Ende – Neue Kita. Neues Glück.

Im September ging es dann für Sandy und ihre Tochter in einer neuen Kita nochmal von vorne los und ich kann mit Stolz ihren Erfahrungsbericht verkünden:

Schon beim Erstgespräch in der neuen Einrichtung habe ich meinen Standpunkt, meine Ansichten und meine Vorstellungen deutlich und klar zum Ausdruck bringen können.

Deine Worte klangen im Hintergrund immer mit, und so hat die zweite Eingewöhnung schon ab dem Erstgespräch besser geklappt. Durch deine Hilfe war gegenseitiges Verständnis auf allen Seiten da, du hast einen großen Beitrag dazu geleistet.

Auch konnte ich die Perspektive der Fachkräfte verstehen. Gespräche wurden intensiver geführt und Kompromisse gefunden. Dadurch konnte ICH auch wieder Vertrauen fassen, dass diese Fachkräfte einen guten Job machen, um meinem Kind eine gute Zeit zu ermöglichen.

Ich bin so froh, wenn ich mein Kind jetzt sehe und es mir erzählt, was es gemacht hat. Es ist genauso, wie ich es ihm gewünscht habe und ich bin mir sicher, dass es nicht so gelaufen wäre ohne deine Unterstützung. Ich habe ein ziemlich gutes Verhältnis zu den Erziehern. Jetzt hab ich das Gefühl wir sind ein Team. Das verdanken wir dir. Mein Kind fühlt sich bei den Fachkräften wohl. Ich habe Vertrauen und es ist einfach schön.
Natürlich lief nicht alles tränenfrei, aber immer in vertretbarem Rahmen und mit vielen Absprachen.

Ich möchte mich vor allem bedanken. Ich hab ja schon lange überlegt: „Soll ich es machen, soll ich es nicht machen?“ bringt mir das wirklich was? Für mich ist das auch keine kleine Summe, aber es hat sich voll gelohnt. Ich bin voll froh, dass ich das Premium Paket genommen hab, das hat einfach so entlastet. Ich gebe dein Programm als Herzensempfehlung jedem Elternteil weiter. Auch Fachkräften.

Vielen, vielen Dank für deine Kompetenz, dein Wissen, deine Art, es einer aufgeregtem Mama rüber zu bringen. Danke für deine Unaufgeregheit zu Vermitteln, wobei du nur die subjektive Seite einer Mutter hörst.

Es war jeden Cent wert. Du hast mein Herz und meinen Kopf beruhigt. Und am Ende ist alles gut geworden.

Das Fazit – Einschätzung von Eingewöhnungsexpertin Stefanie

  • Es braucht Kita-Bereitschaft nicht nur von Kindern und Eltern, sondern vor allem von pädagogischen Fachkräften und der Kita als ganzes System. (In meinem Buch habe ich dazu ein eigenes Kapitel.)
  • Eine Eingewöhnung aus GUTEN Gründen zu beenden ist kein Scheitern!
  • Auch nach einer missglückten Eingewöhnung, kann dein Kind noch positive Kita-Erfahrungen sammeln. Und du auch!
  • Mein Happy Kita Start Begleitprogramm ist Gewaltprävention. Individuell schätze ich die Lage deines Kindes in der Eingewöhnung ein und gebe dir ganz konkrete Tipps für jeden Tag. So weißt du genau, was morgen zu tun ist.
  • Mein Buch „Auf ins Kita-Abenteuer“ versorgt dich mit allen wichtigen Informationen, Praxistipps und emotionaler Stärke, die Eingewöhnugn deines Kindes sicher und entspannt zu gestalten.
Auf ins Kita-Abenteuer. Das Bild zeigt das Cover des Elternratgebers der Autorin Stefanie von Brück zum Thema Eingewöhnung.
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Stefanie von Brück

Stefanie von Brück

ist Expertin für beziehungsstarke Eingewöhnung, Familie und Kita. In ihrem früheren Berufsleben hat sie als Lehrerin (Staatsexamen) für Sozialpädagogik, Ethik/Philosophie zukünftige pädagogische Fachkräfte ausgebildet. Heute

  • unterstützt sie online Eltern bei der Eingewöhnung ihrer Kinder und
  • begleitet sie anschließend durch die gesamte Kita-Zeit,
  • bildet deutschlandweit pädagogische Fachkräfte und Kita-Teams fort und
  • gründet ehrenamtlich einen Bildungscampus (eigene Kita und freie Schule) in Leipzig.

Als Pädagogin, Mutter und Visionärin steht sie für ein bedürfnisorientiertes, bindungssicheres und beziehungsstarkes Zusammensein zwischen Erwachsenen und Kindern in Familie UND Kita. Auch wenn nicht alles FriedeFreudeEierkuchen ist. Denn dann ist es am schwierigsten und gleichzeitig am wichtigsten.

Stefanie von Brück ist Vermittlerin zwischen Kind, Eltern und pädagogischen Fachkräften und hat stets das Beziehungsdreieck im Blick, so dass alle Beteiligten gleichwürdig respektiert werden.